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Bildende und Darstellende Kunst



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Toni Eckert (* 1936, Marienbad)

Ob Zeichnungen, Aquarellmalerei, verschiedene Drucktechniken oder Skulpturen: Schon seit frühester Gymnasialzeit bildet sich bei Toni Eckert ein großes Interesse an der darstellenden Kunst heraus. Bis 1980 entstehen zahlreiche Ideen- und Reiseskizzen sowie Plakatentwürfe. In der Folgezeit widmet sich Toni Eckert wieder der Malerei und nimmt an mehreren Fortbildungskursen in Arbeitskreisen und Ferienakademien namhafter Künstlern teil.

Die Schwerpunkte liegen hier im Zeichnen, in der Malerei mit Aquarell-, Acryl, Öl- und Dispersionsfarben. Ferner entstehen in dieser Zeit Holz- und Linolschnitte, Radierungen oder Monotypien sowie plastische Arbeiten in Holz oder Speckstein. Jetzt reizen ihn neben gegenständlichen Darstellungen auch abstrakte Themen.

Ab 1983 ist Toni Eckert Mitglied der Radiergruppe Höltemann und einige Jahre bei der Gruppe INDIGO. Seit 1999 beschäftigt sich Eckert mit der Lithografie. Es entstehen eigene Arbeiten in der Druckwerkstatt des Kulturmodells Passau.
Ab dem Jahr 2002 fertigt er während der alljährlichen Stahlsymposien im „Stahlpark Riedersbach“ in Oberösterreich Stahlskulpturen. Der Egerländer Künstler Toni Eckert wird im Jahr 2001 aktives Mitglied im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender e.V. Seitdem sind seine Werke auf Ausstellungen des AEK zu finden. Im Rahmen der „Grenzenlosen Gartenschau Marktredwitz – Eger (Cheb)“ führte der Künstler mit Schülern der Fichtelgebirgsrealschule Marktredwitz eine Kunstaktion durch.

Um zu verdeutlichen, welche große Spannweite hinsichtlich der Themen und Techniken bei den Grafiken Toni Eckerts gegeben sind sollen hier nur einige Andeutungen zu seinem künstlerischen Schaffen und seinen bevorzugten Techniken angeführt werden. Dies sind: Holzschnitte mit einem Druckstock, Radierungen mit der Kaltnadel, sowie Vernis mou (Weichgrundätzung), Ätzradierung mit Hartgrund und Aquatinta (Flächenätzung),
Lithografien mit Kreide und Tusche, Monotypien („ein einziges Bild“). Letztere Technik kann in strengem Sinn nicht der Druckgrafik zugerechnet werden, da das Hauptmerkmal, die Herstellung mehrerer fast identischer Abbildungen, nicht gegeben ist. Die Farbe wird auf eine ebene Fläche aufgetragen und davon nur ein einziges Mal abgenommen. Das so entstandene Bild ist also ein Unikat. Die Monotypie ist als eine Verbindung von Malerei, Zeichnung und Grafik zu sehen.

Ausstellungen: Seit 1980 Teilnahme an zahlreichen Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich, Tschechien, Ungarn und Österreich. Seit 1992 Einzelausstellungen in Mühldorf am Inn, Neumarkt St. Veit, Burghausen, Pfarrkirchen, Hinterschmiding am “Goldenen Steig“, Grafenau, München, Marktredwitz

Biografie und beruflicher Werdegang
1936    Geburt in Marienbad im Egerland, Westböhmen
1946    Vertreibung in das damals russisch besetzte Deutschland. Nach vierteljähriger Irrfahrt wird der Landkreis Altötting in Bayern seine neue Heimat. Wohnsitz in Töging am Inn.
1957    Abitur am Humanistischen Gymnasium Burghausen. Danach Studium des Bauingenieurwesens an der TU München
1963    Abschluss als Diplom-Ingenieur
1967    Regierungsbaumeister bei der Bayerischen Staatsbauverwaltung
1970    Tätigkeit in der freien Wirtschaft bis 1996


Helmut Hellmessen (* 1924), Maler und Grafiker

Helmut Hellmessen wurde 1924 in Karlsbad geboren, besuchte zunächst Schulen in Aussig und Prag. Macht dann den Krieg als Soldat mit und wird als Zwangsarbeiter bis 1947 in einem Arbeitslager im Brüxer Kohlebergwerk eingesetzt. Nach dem Kriegsende musste er mit der Familie die Heimat verlassen – eine Erfahrung, die ihm bis heute nachhängt, die er auch künstlerisch verarbeitet. Die Hellmessens ließen sich in Frankfurt nieder. Gegen den Rat der um den Broterwerb besorgten Eltern nahm der junge Kreative 1948 ein Studium an der Werkkunstschule Offenbach auf, wo er die „Aufbruchstimmung“ genoss, wie er erzählt. Dort schließt er 1953 auch sein Studium mit dem Staatsexamen ab. Von 1954 bis 1956 ist er Atelierleiter bei einem Pressedienst in Frankfurt/Main. Seit 1957 ist Hellmessen freiberuflich als Grafiker und Maler tätig. Er lebt seit 1964 in Maintal bei Frankfurt/Main. Seit 1985 ist er Dozent an der Sommer-Akademie Moosburg/Kärnten.

Sein künstlerisches Werk hat die Zeichnung als Grundlage. Er selbst bezeichnet die Zeichnung als sein intimstes Ausdruckmittel. Dies dokumentiert ein Projekt, das gerade fertig gestellt ist: Die Sammlung von 6.500 Zeichnungen in 36 Bänden. Ausgehend von einer klassischen akademischen Schulung entwickelt sich bei ihm ein grafisches Oeuvre im Bereich „Mensch und Raum“ und „Figur und Landschaft“ mit starker Betonung des Zeitkritischen in einem eher expressiv magischen Realismus. Neben den Zeichnungen entstehen Gouachen, farbige Kreide, Aquarelle, Lithographien und Radierungen. Eine starke Ausrichtung auf das Druckgrafische folgt. Ab 1972 verstärkt Radierungen. Ein besonderer Schwerpunkt sind Buchillustrationen vor allem mit dem Verlag Ed. Curt Visel. Es entstehen die Bücher Prag, Rom, Provence.1988 Übergang zu Materialbildern in Acryl im Großformat. Thema „Tabor“ (Lager), figürliche Kompositionen, stark abstrahiert, später Übergang zu sehr spontaner Malweise. Diese Spontaneität findet auch ab 1990 Niederschlag in den Zeichnungen, die sich zu grafischen Chiffren verselbständigen. Dank seiner unerschöpflichen Phantasie entsteht Surrealistisches mit hohem werkimmanentem Wert (Professor Dr. Wolf Spemann, Universität Frankfurt/Main).

Er ist ein begnadeter Maler und Zeichner, seine von fein gestrichelten Linien, großem Farbgefühl, viel Bewegung und Anmut gleichermaßen geprägten Arbeiten tragen über Jahrzehnte hinweg eine unverkennbare Handschrift, kurz: Helmut Hellmessen gehört zu den bedeutendsten Künstlern in Hessen. Helmut Hellmessen beteiligt sich an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland und erhält Einzelausstellungen. Die Zahl der Ausstellungen wird mit 360 angegeben und es finden sich darunter Tel Aviv, Kairo, Alexandria, Krakau, Rijeka, Mailand, Lyon, Bern, Darmstadt, Aschaffenburg, Frankfurt/Main, Hanau, Marktredwitz. Der Künstler ist Mitglied der Neuen Sezession Darmstadt, der Künstlergilde Esslingen, der Künstlergruppe Prisma, des BBK Frankfurt/Main. Er leitete bis 2011 die Gruppe bildender Künstler im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender e.V. 1987 wird er als Ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen.

Hellmessens Karriere ist so schillernd wie erfolgreich: Er gestaltete Plakate für die SPD, kreierte Werbung, etwa für Malzbier und die Automarke Ford, erleichterte Jugendlichen das Lernen mit seinen Illustrationen naturkundlicher Schulbücher und bebilderte auch große Literatur. Nebenher hat Hellmessen immer auch frei künstlerisch gearbeitet. Seine Werke waren in Ausstellungen zusammen mit großen Namen wie Joseph Beuys und Horst Janssen zu sehen. Anderen wiederum hat der Maler und Grafiker in seiner Funktion als langjähriger Lehrer der internationalen Sommerakademie Moosburg geholfen, ihre Fertigkeiten zu verbessern.

Mit zahlreichen Preisen wird die Bedeutung des Werkes von Helmut Hellmessen anerkannt: 1979 Ehrendiplom „Hommage á Altdorfer“ der Stadt Wörth/Donau, 1981 Sudetendeutscher Kulturpreis für Bildende Kunst, 1982 Studienpreis der Heusendamm-Stiftung Frankfurt/Main, 1984 Stipendiat der Herwig-Schopper-Stiftung, 1988 Kulturpreis des Main-Kinzing-Kreises, 1992 1. Preis „Mensch und Landschaft“ der Autorengalerie Weinstadt, 1999 Pygmalion-Medaille der Kultur-Stiftung der Wirtschaft e. V. Der Ehrenbürger-Brief der Stadt Maintal wurde Helmut Hellmessen am 4. Mai 2012 überreicht.

Werke von Helmut Hellmessen befinden sich im Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Kunsthalle Darmstadt, Rheinisches Landesmuseum Bonn, Klingspor-Museum Offenbach, Stadtmuseum Hanau, Deutsche Bundesbank Frankfurt/M., Kulturamt Frankfurt/M., Bundespost-Museum Frankfurt/M. und natürlich in der Egerländer Kunstgalerie in Marktredwitz.


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Roland Helmer
(* 1940), Maler und Grafiker

Roland Helmer wurde 1940 in Fischern bei Karlsbad geboren. Seine Mutter Maria war Lehrerin, sein Vater Erich kaufmännischer Angestellter in einer Brauerei und leidenschaftlicher Jäger. Die Ehe der Eltern wurde früh geschieden und Maria Helmer heiratete den Oberlehrer Friedrich Sandmann. 1946 übersiedelte die fünfköpfige Familie nach Bayern. Nach Aufenthalt im Durchgangslager Dachau konnten sie eine kleine Lehrerwohnung in Hebertshausen im Landkreis Dachau beziehen. Sechs Jahre später zogen sie nach Dachau um. Während seiner Schulzeit wurde seine zeichnerische Begabung erkannt.

1954 begann Roland Helmer eine vierjährige Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker an der Münchener Blochererschule, einer Privatschule für Freie und Angewandte Kunst. Die Tätigkeit als Retuscheur im Verlag Thiemig und als Gebrauchsgrafiker in einer Werbeagentur schlossen sich an. Seit 1959 ist er Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler. 1961 gab er seine Tätigkeit auf und begann ein Studium der Malerei an der Münchener Akademie der Bildenden Künste bei den Professoren Ernst Geitlinger und Georg Meistermann. 1967 verließ er die Akademie als Meisterschüler mit Diplom und heiratete seine Studienkollegin Ingryda Suokaité.

Zwischen 1972 und 1978 war Roland Helmer Assistent an der Münchner Akademie bei dem Maler Günter Fruhtrunk. Nach dessen Tod wurde er 1984 für ein Jahr als Lehrstuhlvertreter an die Akademie berufen. Danach arbeitete er als freiberuflicher Künstler.

In seiner Malerei vertritt Roland Helmer die Stilrichtung der konstruktiv - konkreten Kunst, beschreitet aber experimentell auch immer wieder stilistische Nebenwege. Während seiner Studienzeit lag sein Schwerpunkt auf der ungegenständlichen Malerei wie der geometrischen Abstraktion. Elementare Grundformen sind die Waagrechte und die Senkrechte, der Kreis und das Quadrat. Auffallend ist auch ein starker Bezug zur Architektur. Systematisch erarbeitet er Bildideen, die sich in präzis ausgeführten, geometrisch-abstrakten Formen niederschlagen, gepaart mit einer kalkulierten, subtilen Farbigkeit. Um die Farbe zu aktivieren, reduziert er die geometrischen Elemente in seinen Kompositionen bis hin zu seriellen Reihungen. Dafür scheint ihm die gerade Linie, mit ihrer minimalen optischen Präsenz als die ökonomischste Form, besonders geeignet. Seit den 80er beschäftigt er sich intensiv mit dem dreidimensionalen Relief.

Auszeichnungen und Preise: 1978 Förderpreis des Freistaates Bayern für junge Künstler; 1981 Erster Preis Wettbewerb für eine Wandgestaltung (Farbrelief) in München; 1997, 2001 Kunstpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck; 2004 Sudetendeutscher Kulturpreis für Bildende Kunst; 2007 Ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Seit den 60er Jahren wurde das Oeuvre in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt und er nahm an sehr vielen Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil. Seine Arbeiten finden sich in zahlreichen Museen und Sammlungen. Ein Werkverzeichnis ,hg. von Ursula Mosebach im Verlag St. Johann Saarbrücken, erfasst die Werke von 1960 – 2003.


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Erhard Werndl von Lehenstein wurde 1932 in Eger (Cheb) geboren.

1946 wurde seine Familie enteignet und ausgesiedelt. Malerlehre in Bitterfeld. 1951–1955 Studium an der HGB Leipzig, Fachklasse Freie Grafik bei Prof. Elisabeth Voigt, eine Meisterschülerin von Käthe Kollwitz, auch bei Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke u. a. 1955 Verbindung zu Prof. Dr. Ernst Bloch (Prinzip Hoffnung). 1955 – 1957 Studium an der Uni Leipzig, philosophische Fakultät, Abt. Kunsterziehung mit Abschluss Staatsexamen. Nach Schulpraktikum 1960 – 1962 Studium an der Uni Berlin, philosophische Fakultät, Abt. Sonderschulpädagogik, Abschluss Staatsexamen. Danach 35 Jahre lang Gehörlosen- und Fachlehre für Kunsterziehung an der Gehörlosen- und Volkshochschule Leipzig. Werndl schuf mit seinen gehörlosen Schülern auch große Wandbilder (ca. 30 qm). Ab 1992 freischaffender Maler und Grafiker. Auszeichnungen: u. a. Medaille für künstlerisches Volksschaffen, Pestalozzi-Medaille in Bronze, Silber und Gold. Mitglied seit 1990 im Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender e. V. (AEK), seit 2004 in der S.E.C. (Societe Europeenne de Culture – Gesellschaft für europäische Kunst) mit Sitz in Venedig/Italien, seit 2007 in der DGEK (Deutsche Gesellschaft für Europäische Kultur), Mitbegründer der LGG (Leipziger Genealogische Gesellschaft e. V.), seit 2007 Fördermitglied der „Jean-Gebser-Akademie“ für Bildende Künste e. V. Leipzig.

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland seit 1954 u.a. 1993 in Augsburg, 1996 in Würzburg, 1997 in München, 2000 in Zürich, Marienbad (Marianske Lazne) und Marktredwitz, 2001 in Leipzig, Zwickau, Eger (Cheb), 2002 in Leipzig, Karlsbad (Karlovy Vary), 2003 und 2004 in Annaberg-Buchholz, Franzensbad (Frantyskove Lazne), Wiesbaden, 2005 in Venedig, Falkenau (Sokolov), 2006 in Wien, Eger (Cheb), außerdem in Belgien und Los Angeles/USA.

Literatur: Kürschners Handbuch der Bildenden Künste, 2007, Autor zahlreicher genealogischer Publikationen und praktischer Anleitungen von Künstlertechniken wie z. B. „Linolschnitttechnik“ und „Holzschnitt- und Holzstich-Technik“, 1986 im Seemann-Verlag, Leipzig, Meisterwerke Künstler unserer Zeit, Künstlerjahrbuch 2008.

Erhard Werndl von Lehenstein setzt für Frieden und soziale Gerechtigkeit, vor allem für arme und talentierte ein, mit dem Gedanken: „Jeder ist einmalig mit speziellen Anlagen, die es zu fördern gilt und doch ist jeder auch ein Teilchen der gesamten Menschheit zwischen Vergangenheit und Zukunft. Genetisch betrachtet sind wir alle über viele Generationen von Vorfahren miteinander verwandt und deshalb auch mit unseren Kunstwerken füreinander verpflichtet“. Werndl“s Kunstwerke zeigen dies in Form und Inhalt z. B. in den Themen „In den Kindern geht das Leben weiter“, Öl- / Hartfaserplatte, in seinen Aquarellen und Pastellen aber hauptsächlich Linolschnitten u.a. „Familienzusammenhalt über Generationen“.